Um Telefonnummern zu sammeln, ohne Anmeldungen zu verlieren, fragen Sie die Nummer nach der E-Mail ab, in einem eigenen Schritt, den man überspringen kann, mit einer eigenen Einwilligung, die den Shop und den Kanal nennt: WhatsApp, SMS oder beide. Messen Sie diesen Schritt dann an denen, die ihn erreicht haben, und nicht nur an allen, die das Formular gesehen haben. Und prüfen Sie jeden Monat, wie viele neue Abonnenten auch in Nachrichten eingewilligt haben. In einem italienischen Schuhshop, den wir betreuen, hinterlassen 63 % derjenigen, die im Pop-up ihre E-Mail angeben, auch ihre WhatsApp-Nummer.
Wie sammle ich Telefonnummern von Kunden für WhatsApp oder SMS, ohne dass die Anmelderate sinkt?
Mit einem mehrstufigen Formular, in dem jeder Bildschirm nur nach einer Sache fragt. So ist das Formular des Shops aus unserem Beispiel aufgebaut, der handgefertigte Damenschuhe verkauft (die zitierten Texte sind aus dem Italienischen übersetzt):
| Schritt | Was abgefragt wird | Warum |
|---|---|---|
| 1. Das Ja | Ein Klick auf „Ja“, kein Eingabefeld | Eine kleine Zusage, die zum nächsten Feld führt |
| 2. Die E-Mail | Name und E-Mail, mit einer Zeile zur Einwilligung | Der Kontakt, den man am leichtesten bekommt, und der, der als Anmeldung zählt |
| 3. Die Telefonnummer | WhatsApp-Nummer, eigene Einwilligung, Link zum Überspringen | Wer keine Nummer angeben will, bleibt für die E-Mails angemeldet |
| 4. Die Bestätigung | Das versprochene Geschenk und ein Button zurück in den Shop | Schließt den Ablauf ab und führt zurück zum Stöbern |
Wie Sie das Pop-up als Ganzes aufbauen (wann es erscheint, wo, was Sie anbieten), lesen Sie im Artikel Newsletter-Pop-up im Onlineshop. Hier geht es um den zweiten Kontakt: die Telefonnummer, ihre Einwilligung und wie man sie misst.
Warum die Telefonnummer nach der E-Mail kommt
Klaviyo schreibt es in seinem Leitfaden zu mehrstufigen Formularen: Formulare, die nach der E-Mail fragen, konvertieren meist besser als solche, die nach der Telefonnummer fragen, und wer beides gleichzeitig abfragt, kann das Wachstum der E-Mail-Liste bremsen. Die Empfehlung lautet: E-Mail im ersten Schritt, Telefonnummer im zweiten. Jeder Schritt wird gespeichert, sobald er abgeschickt ist. Wer nach der E-Mail aufhört, ist also schon angemeldet.
In unserem Beispiel haben in den letzten 30 Tagen, vom 10. September bis zum 10. Oktober 2026, 38.866 Personen das Pop-up gesehen, 2.306 ihre E-Mail angegeben und 1.455 zusätzlich ihre WhatsApp-Nummer: 63 % derjenigen, die ihre E-Mail angegeben hatten.
Ein zweiter Shop, den wir betreuen, ebenfalls in Italien, macht es umgekehrt: ein seitliches Flyout, das sofort und ausschließlich nach der WhatsApp-Nummer fragt, ohne E-Mail und ohne ausdrückliches Geschenk. 1.673 Personen haben es gesehen, 42 haben ihre Nummer hinterlassen: 2,51 %.

Auf derselben Basis, also an allen gemessen, die das Formular gesehen haben, sammelt der erste Shop Nummern von 3,74 % der Besucher und dazu 2.306 E-Mails. Shops, Traffic und Angebot sind verschieden. Der Vergleich zeigt also eine Richtung und misst keinen Effekt. Die Richtung stimmt aber mit der Empfehlung von Klaviyo überein.
Was im Telefon-Schritt stehen sollte
Der Telefon-Schritt braucht eine eigene Einwilligung. In Deutschland verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG für Werbung per elektronischer Post eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, und die ePrivacy-Richtlinie zählt SMS in ihren Erwägungsgründen ausdrücklich dazu. Die italienische Datenschutzbehörde, in deren Land der Shop aus unserem Beispiel verkauft, wendet dieselbe Regel auf WhatsApp und andere Messenger an. Nach der DSGVO muss die Einwilligung für den bestimmten Fall und in informierter Weise erteilt werden, und vorangekreuzte Kästchen zählen nicht. Eine eigene Checkbox für WhatsApp ist die sauberste Lösung. Klaviyo ergänzt, dass eine SMS-Einwilligung nicht für WhatsApp gilt: Wenn Sie beide Kanäle nutzen wollen, nennen Sie beide.
| Was der Text sagen muss | Beispiel | Wer es verlangt |
|---|---|---|
| Den Namen des Shops | „Ich möchte WhatsApp-Nachrichten von [Name des Shops] erhalten“ | Meta, für das WhatsApp-Opt-in |
| Den Kanal, ausgeschrieben | WhatsApp, SMS oder beide | UWG und ePrivacy-Richtlinie; Klaviyo für die Unterscheidung zwischen SMS und WhatsApp |
| Welche Nachrichten kommen | Angebote und Warenkorb-Erinnerungen | Meta empfiehlt eine Einwilligung, die die Kategorien der Nachrichten abdeckt |
| Wie man sich abmeldet | „Antworten Sie STOP, um keine Nachrichten mehr zu erhalten“ | Meta empfiehlt klare Anweisungen zur Abmeldung; nach der DSGVO muss der Widerruf so einfach sein wie die Einwilligung |
| Dass es freiwillig ist | Kästchen nicht vorangekreuzt; „keine Voraussetzung für einen Kauf“ | DSGVO (keine vorangekreuzten Kästchen); Klaviyo (darf nicht verpflichtend wirken) |
| Wo man mehr erfährt | Link zur Datenschutzerklärung | DSGVO (informierte Einwilligung) |
Klaviyo empfiehlt, den Einwilligungstext über den Button zu setzen, damit man ihn vor dem Tippen liest. Drei praktische Details:
- Die Landesvorwahl schon eingestellt. Eine Nummer ohne internationale Vorwahl ist oft nicht nutzbar. Der Shop aus unserem Beispiel hat die italienische voreingestellt.
- Ein gut sichtbarer Link zum Überspringen. „Danke, kein Interesse“ muss so gut zu sehen sein wie der Button. Ein versteckter Link oder eine Formulierung, die ein schlechtes Gewissen macht, ist eine unfaire Praxis und bringt schlecht gesammelte Nummern.
- Die Einwilligung vor dem Kaufabbruch. Eine Warenkorb-Erinnerung per WhatsApp dürfen nur Personen erhalten, die bereits eingewilligt haben. Die vollständigen Regeln finden Sie im Artikel WhatsApp-Marketing im E-Commerce.
So lesen Sie ein mehrstufiges Formular: zwei Prozentsätze
Jeder Schritt hat zwei Prozentsätze, und Klaviyo zeigt beide an. Das Engagement wird auf alle Aufrufe des Formulars berechnet. Der Rückgang wird auf den vorherigen Schritt berechnet.

Für den Telefon-Schritt zählt die zweite Lesart. Die 3,74 % aller, die das Formular gesehen haben, hängen auch von den Schritten 1 und 2 ab: Bringt der erste Schritt morgen mehr Personen, steigt dieser Wert, auch wenn der Telefon-Schritt genau gleich bleibt. Der Rückgang von 36,90 % zwischen E-Mail und Telefonnummer, also die 63 %, die weitermachen, misst dagegen nur diesen Schritt.
Zwei weitere Punkte, bevor Sie Zahlen vergleichen:
- Was als Anmeldung zählt. Wenn ein Formular E-Mail und Telefonnummer in verschiedenen Schritten abfragt, zählt Klaviyo das Feld als Anmeldung, das zuerst kommt. Hier ist es die E-Mail: 2.306 Anmeldungen, 5,93 % aller, die das Pop-up gesehen haben.
- Die Bezugsgröße der Rate. Die aktuelle Version des Pop-ups, online seit dem 23. Juli 2026, hat eine Anmelderate von 5,97 % bezogen auf alle Aufrufe und von 9,75 % bezogen auf eindeutige Besucher, weil dieselbe Person es mehrmals sehen kann. Klaviyo nutzt in der Übersicht alle Aufrufe und in A/B-Tests die eindeutigen Besucher: Vergleichen Sie nur Zahlen mit derselben Bezugsgröße.
Jenseits des Funnels: die Liste Monat für Monat
Der Funnel zeigt, was im Pop-up passiert. Die Liste zeigt, wie viele Personen Sie tatsächlich erreichen können. Am 10. Oktober 2026 hat der Shop 29.013 Profile in der Newsletter-Liste und 6.006 in der WhatsApp- und SMS-Liste. Der direkte Vergleich täuscht: Den Newsletter gibt es seit 2022, die WhatsApp-Liste seit August 2025. Schauen Sie besser auf die Eintragungen: Von November 2025 bis zum 10. Oktober 2026 waren es 9.103 in der Newsletter-Liste und 5.910 in der WhatsApp-Liste.

Seit August tragen sich etwa 3 von 4 neuen E-Mail-Abonnenten auch in die WhatsApp-Liste ein; im Juni und Juli war es etwa 1 von 3. Wir führen die Veränderung nicht auf eine bestimmte Änderung zurück. Der Anteil war auch von Februar bis Mai hoch und im Dezember und Januar niedrig. Die Eintragungen umfassen alle Formulare des Shops, auch saisonale Pop-ups. Und der Aufbau früherer Versionen des Pop-ups lässt sich nicht überprüfen. Es ist ein beobachteter Verlauf, den Sie jeden Monat im Blick behalten sollten.
Die 63 % aus dem Funnel und die „3 von 4“ aus den Listen stimmen nicht überein, weil sie Verschiedenes zählen:
| Messgröße | Wert im Beispiel | Was sie zählt |
|---|---|---|
| Telefon-Schritt bezogen auf E-Mail-Schritt, im Pop-up | 63 % (1.455 von 2.306), letzte 30 Tage | Wer nach der E-Mail die Nummer angibt, nur in diesem Pop-up |
| Eintragungen WhatsApp-Liste bezogen auf Eintragungen Newsletter-Liste | Etwa 3 von 4 seit August (75 % im September) | Alle Formulare des Shops, Monat für Monat |
| Erfasste Einwilligungen in Nachrichten bezogen auf Eintragungen WhatsApp-Liste | 4.541 von 5.910, seit November 2025 | Die Personen, denen Sie wirklich schreiben können |
Die letzte Zeile wird am häufigsten übersehen. Nicht alle, die in die WhatsApp-Liste kommen, haben eine erfasste Einwilligung in Nachrichten: etwa 3 von 4. Warum, geht aus den Daten nicht hervor, und genau das sollten Sie als Erstes prüfen. Eine Nummer ohne erfasste Einwilligung bekommt keine Warenkorb-Erinnerung.
So testen Sie einen Schritt nach dem anderen
Der Shop aus unserem Beispiel hat seit August 2025 neun Versionen des Pop-ups veröffentlicht, ohne offiziellen A/B-Test. Deshalb können wir den Verlauf beschreiben, aber nicht sagen, welche Änderung gewirkt hat. Ein sauberer Test vermeidet dieses Problem.
- Ändern Sie jeweils nur einen Schritt. Wenn Sie den Text des Ja und den des Telefon-Schritts gleichzeitig ändern, wissen Sie nicht, welcher das Ergebnis bewegt hat.
- Bewerten Sie jeden Schritt am vorherigen. So lässt ein stärkerer erster Schritt den zweiten nicht ebenfalls besser aussehen.
- Kombinieren Sie die besten Schritte. Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen. In Variante A klicken 12 % auf Ja und 6 % geben ihre E-Mail an: die Hälfte derjenigen, die geklickt haben. In Variante B klicken 9 % auf Ja und 5,4 % geben ihre E-Mail an: 60 %. A gewinnt insgesamt, aber der E-Mail-Schritt von B hält besser. Der nächste Test verbindet den ersten Schritt von A mit dem zweiten von B.
- Prüfen Sie es, statt es vorauszusetzen. Wer über einen einladenderen ersten Schritt kommt, ist vielleicht weniger motiviert. Die Kombination muss getestet werden.
- Achten Sie auf die Mengen. Ein Unterschied von ein paar Dutzend Anmeldungen kann Zufall sein: Lassen Sie den Test laufen, bis sich die Zahlen stabilisieren.
Wer die Telefonnummer übersprungen hat
Wer die Nummer abgelehnt hat, ist nicht verloren: Diese Person ist für die E-Mails angemeldet. Sie können später noch einmal fragen, wenn es einen Grund gibt, Ja zu sagen. Zum Beispiel in einer E-Mail der Willkommensserie, die erklärt, was per WhatsApp kommt und was nicht (mehr dazu im Artikel Willkommens-E-Mails im E-Commerce). Oder mit einem Formular, das nur Abonnenten ohne Nummer angezeigt wird. Immer mit eigener Einwilligung und ohne es bei jedem Besuch erneut zu zeigen.
