Ein Newsletter-Pop-up, das konvertiert, ohne zu stören, erscheint nach einigen Sekunden und nicht in den Schritten kurz vor dem Kauf, hat eine eigene Version für Mobilgeräte, bietet etwas Konkretes und fragt eine Sache nach der anderen ab: zuerst einen Klick, dann die E-Mail, dann die Telefonnummer, die man überspringen kann. Wir zeigen das mit den Zahlen eines Schuhshops, den wir betreuen: In 30 Tagen haben 38.866 Personen sein Pop-up mit vier Schritten gesehen, es hat 2.306 E-Mail-Adressen und 1.455 WhatsApp-Nummern gesammelt. Hier sehen Sie, wie es aufgebaut ist, wann es erscheint, was es abfragt und wie Sie die Statistiken lesen.
Wie erstelle ich ein Pop-up für die Newsletter-Anmeldung, das konvertiert, ohne zu stören?
Mit fünf Entscheidungen, in dieser Reihenfolge:
- Das richtige Formular für die Seite. Das Pop-up dort, wo sich Besucher umsehen, unauffällige Formulare dort, wo sie lesen oder sich entscheiden.
- Der richtige Moment. Einige Sekunden nach dem Seitenaufruf, nie im Warenkorb und nie bei bestehenden Abonnenten, mit einer Pause nach dem Schließen.
- Zwei Versionen, eine für Desktop und eine für Mobilgeräte.
- Ein klares Angebot, das man in einer Zeile versteht.
- Eine Frage nach der anderen: ein Ja, dann die E-Mail, dann eventuell die Telefonnummer mit eigener Einwilligung.
Zum Schluss lesen Sie die Daten Schritt für Schritt.
Das Beispiel: ein Pop-up mit vier Schritten
Der Shop verkauft Damenschuhe in Italien, auf Shopify mit Klaviyo. Das sind die Einstellungen des Pop-ups:
| Einstellung | Entscheidung des Shops |
|---|---|
| Wann es erscheint | Nach 8 Sekunden, auf Desktop und Mobilgeräten |
| Wo | Auf allen Seiten außer Warenkorb und Kaufberatung |
| Für wen | Nur für noch nicht erkannte Besucher, nie für bestehende Abonnenten |
| Nach dem Schließen | Erscheint nach 2 Tagen wieder; bis dahin bleibt ein Teaser sichtbar: „Ein Geschenk für Sie“ |
| Gestaltung | Seitliches Bild auf Desktop, nur Text auf Mobilgeräten |
| Schritt 1 | „Möchten Sie ein Geschenk?“: zwei Buttons, Ja und Nein, kein Eingabefeld |
| Schritt 2 | Name und E-Mail, mit einer Zeile zur Einwilligung |
| Schritt 3 | WhatsApp-Nummer, vollständiger Einwilligungstext, Link zum Überspringen |
| Schritt 4 | Code über 15 € für die erste Bestellung und Button zur neuen Kollektion |
So viele Personen erreichen jeden Schritt:

89 % der Besucher schließen das Pop-up: In den letzten 90 Tagen waren es 35.894 von 40.483 Personen. Das ist normal. Das Pop-up arbeitet mit der Minderheit, die Ja sagt. Über 90 Tage liegt die Anmelderate bei 5,98 %, fast genau wie die 5,93 % der letzten 30 Tage. Das Ergebnis ist stabil und kein Glücksmonat.
Pop-up, Flyout, Banner oder eingebettetes Formular: wo Sie was einsetzen
Das Pop-up unterbricht das Surfen. Es passt dorthin, wo Besucher gerade verstehen, was der Shop verkauft, weniger dorthin, wo sie Größen, Preise und Rückgabe vergleichen.
| Formulartyp | Wie es aussieht | Wo Sie es einsetzen | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| Pop-up | Fenster in der Mitte des Bildschirms | Startseite, Kategorieseiten, Seiten mit neuem Traffic | Am sichtbarsten und am aufdringlichsten: auf dem Smartphone muss es kompakt bleiben |
| Flyout | Feld, das von der Seite hereinfährt | Produktseiten, Blogartikel | Die Seite bleibt lesbar, aber es fällt weniger auf |
| Banner | Leiste oben oder unten | Auf der ganzen Website, vor allem mobil und während Aktionen | Ein Klick kann ein weiteres Formular öffnen |
| Eingebettet | Formular innerhalb der Seite | Footer, Anmeldeseite, Ende der Artikel | Sammelt weniger, ist aber immer verfügbar und stört nicht |
Klaviyo beschreibt das Pop-up als das Format mit der höchsten Konversion und das eingebettete Formular als das unaufdringlichste. Eine praktische Regel: Pop-up für den Einstieg, Flyout dort, wo gelesen wird, eingebettetes Formular immer.
Wann es erscheinen sollte
Nicht in den ersten Sekunden
Wer gerade angekommen ist, orientiert sich noch und schließt oft gerade das Cookie-Banner. Ein sofortiges Pop-up wird reflexartig weggeklickt. Der Shop aus dem Beispiel wartet 8 Sekunden. Auf langen Seiten können Sie statt der Zeit die Scrolltiefe nutzen. Den richtigen Wert finden Sie mit einem Test auf Ihrem eigenen Traffic.
Die Ausschlüsse
- Warenkorb und Checkout. Wer gerade kauft, sollte nicht unterbrochen werden. Der Shop aus dem Beispiel schließt auch die Seite zur Kaufberatung aus, denn wer dort ist, sucht eine Antwort auf eine Frage.
- Bestehende Abonnenten. Wer nach der Anmeldung wieder „Jetzt anmelden“ sieht, hat den Eindruck, der Shop erkenne ihn nicht.
- Wer es gerade geschlossen hat. Der Shop zeigt es nach 2 Tagen erneut. Die Beispieleinstellungen von Klaviyo für ein Willkommens-Pop-up gehen bis zu 90 Tagen: Kommen Ihre Kunden oft wieder, sehen sie es dann praktisch nie mehr. Entscheiden Sie danach, wie häufig Ihre Besucher zurückkehren.
Der Teaser
Nach dem Schließen bleibt ein kleiner Teaser stehen, „Ein Geschenk für Sie“, der das Pop-up mit einem Klick wieder öffnet, bis sich die Person anmeldet. Bei 89 % Schließungen holt er die zurück, die in Eile geschlossen haben und es sich nach ein paar Produkten anders überlegen. Halten Sie ihn klein und weit weg von den Kaufbuttons.
Google und Pop-ups auf Mobilgeräten
Seit dem 10. Januar 2017 schreibt Google, dass Seiten, deren Inhalte für Nutzer aus der mobilen Suche nicht leicht zugänglich sind, schlechter ranken können. Als Beispiel nennt Google unter anderem das Pop-up, das den Hauptinhalt verdeckt, egal ob direkt beim Öffnen der Seite oder beim Scrollen. Nicht betroffen sind gesetzlich vorgeschriebene Hinweise wie Cookie-Banner und Altersabfragen sowie Banner, die angemessen viel Platz einnehmen und sich leicht schließen lassen. Es ist eines von vielen Ranking-Signalen, und der aktuelle Leitfaden von Search Central empfiehlt kleine Banner auch für die Newsletter-Anmeldung.
Die Verzögerung verbessert das Erlebnis, schützt aber nicht: Auch das Pop-up, das beim Scrollen erscheint, fällt unter das Beispiel. Auf dem Smartphone brauchen Sie ein kompaktes Pop-up mit gut sichtbarem Schließen-Button und auf Seiten, die von organischem Traffic leben, wie dem Blog, ein Banner oder ein Flyout.
Desktop und Mobil: zwei Versionen, nicht eine
Im Shop aus dem Beispiel entfallen 93 % der Aufrufe und rund 92 % der Anmeldungen auf Mobilgeräte; auch die Bestellungen, die dem Pop-up zugeordnet werden, kommen zu 87 % vom Smartphone. Der Desktop konvertiert etwas besser (6,80 % gegenüber 5,86 %), aber die großen Zahlen kommen vom Telefon.

Der zweite Shop im Diagramm zeigt das Gegenteil: Dort konvertiert Mobil besser (2,50 % gegenüber 1,99 %). Eine Regel für alle gibt es nicht. Deshalb lohnen sich zwei Versionen und getrennte Daten. Auf dem Smartphone verzichtet der Shop aus dem Beispiel auf das Bild, damit der Button ohne Scrollen sichtbar ist. Dazu kurze Sätze, große Buttons, ein gut erreichbares X und die passende Tastatur für E-Mail und Telefonnummer.
Was Sie anbieten
Das Angebot muss konkret sein und in eine Zeile passen: „Melden Sie sich für den Newsletter an“ ist kein Grund. Der Shop aus dem Beispiel verspricht im ersten Schritt ein Geschenk und verrät es am Ende: 15 € auf die erste Bestellung, mit einem Code zum Kopieren. Alternativen sind kostenloser Versand für die erste Bestellung, früherer Zugang zum Sale oder ein nützlicher Ratgeber.
Zwei Regeln. Der Code gilt nur für die erste Bestellung (mehr dazu im Artikel Rabatte in Warenkorbabbrecher-E-Mails). Und kein künstlicher Druck: kein Countdown, der bei jedem Besuch neu startet, kein „Nein, ich zahle lieber mehr“ statt eines einfachen „Nein, danke“.
Was Sie abfragen, und in welcher Reihenfolge
Zuerst ein Ja, ohne Eingabefeld
Der erste Schritt im Beispiel fragt nichts ab: eine Frage und zwei Buttons. Eine kleine Zusage macht es leichter, gleich danach die E-Mail einzutippen, und Klaviyo selbst empfiehlt diesen ersten Schritt ohne Eingabefeld. 10,80 % derer, die das Pop-up sehen, klicken darauf, und 55 % von ihnen hinterlassen auch ihre E-Mail.
Dann die E-Mail, dann die Telefonnummer
Die Telefonnummer kommt nach der E-Mail, nie gleichzeitig. Klaviyo schreibt, dass Formulare mit E-Mail-Abfrage besser konvertieren als Formulare mit Telefonabfrage und dass beides zusammen das Wachstum der E-Mail-Liste bremst. Im Beispiel hinterlassen 63 % derer, die ihre E-Mail angegeben haben, auch ihre WhatsApp-Nummer.
Der zweite Shop macht es umgekehrt: ein Flyout, das sofort und ausschließlich die WhatsApp-Einwilligung abfragt, ohne E-Mail und ohne ausdrückliches Geschenk. Von 1.673 Personen, die es gesehen haben, haben 42 ihre Nummer hinterlassen: 2,51 %. Auf derselben Basis sammelt der Schuhshop WhatsApp-Nummern von 1.455 der 38.866 Betrachter, also rund 3,7 %. Shops, Traffic und Angebot sind verschieden: Das ist ein Hinweis, kein Beweis.
Die Telefonnummer muss sich überspringen lassen
Im dritten Schritt gibt es einen Link „Nein danke, kein Interesse“: Wer seine Nummer nicht angeben möchte, bleibt trotzdem per E-Mail angemeldet.
Die Einwilligung
Für Werbung per E-Mail brauchen Sie in Deutschland eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG), mit einem klaren Text und dem Link zur Datenschutzerklärung. Üblich ist das Double-Opt-in: Nach dem Formular erhält die Person eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, und erst danach ist sie angemeldet. Den Code können Sie dann mit der Bestätigung verschicken, so hat die Person einen Grund, auf den Link zu klicken. Für WhatsApp und SMS brauchen Sie eine eigene, ausdrückliche Einwilligung: Meta verlangt, dass klar gesagt wird, dass die Person Nachrichten von genau diesem Shop erhalten möchte, mit seinem Namen. Der Text im Beispiel erklärt, dass Service- und Marketingnachrichten kommen, auch Erinnerungen an den Warenkorb, dass die Einwilligung keine Voraussetzung für einen Kauf ist und dass man sie mit der Antwort STOP widerrufen kann. Die vollständigen Regeln finden Sie im Artikel WhatsApp-Marketing im E-Commerce.
So lesen Sie die Statistiken eines Pop-ups mit mehreren Schritten
Jeder Schritt hat zwei Prozentwerte, und sie sagen Unterschiedliches.

- Der Anteil an allen Betrachtern. 10,80 % klicken auf Ja; 2,41 % erreichen den letzten Schritt. Das zeigt, was das Pop-up insgesamt leistet.
- Der Rückgang gegenüber dem vorigen Schritt. Vom Ja zur E-Mail gehen 45,08 % verloren, von der E-Mail zur Telefonnummer 36,90 %, von der Telefonnummer zum Klick auf die Kollektion 35,53 %. Das zeigt, wo Sie ansetzen sollten: Hier ist der größte Rückgang zwischen dem Ja und der E-Mail, also gehört der erste Test in den zweiten Schritt.
- Die Anmelderate. Bei Formularen, die E-Mail und Telefonnummer abfragen, zählt Klaviyo das erste der beiden Felder als Anmeldung, hier also die E-Mail: 2.306 Anmeldungen, 5,93 %. Klaviyo empfiehlt für Pop-ups und Flyouts etwa 3 % oder mehr. Bei Pop-ups vergleicht das Dashboard die Rate mit ähnlichen Shops der letzten drei Monate: Diese hier wird als „Excellent“ eingestuft.
Ändern Sie immer nur einen Schritt, sonst wissen Sie nicht, welche Änderung das Ergebnis gebracht hat. Und denken Sie bei Vergleichen mit weit zurückliegenden Zeiträumen daran, dass Klaviyo seit dem 1. April 2025 Bots und Crawler besser herausfiltert: weniger Aufrufe, höhere Rate.

Den täglichen Verlauf lesen Sie zusammen mit den laufenden Kampagnen. Im Beispiel liegen die Aufrufe zwischen etwa 500 und etwa 2.900 pro Tag. An den Spitzen Ende September, wahrscheinlich durch die Werbekampagnen, sinkt die Rate in Richtung 5 %; an ruhigen Tagen steigt sie bis auf 8 %. Kälterer Traffic meldet sich seltener an. Das ist eine Beobachtung in diesem Shop, keine Regel, aber sie verhindert, dass Sie eine Besucherspitze für ein Pop-up halten, das nicht mehr funktioniert.
Warum das Pop-up auch für die Rückgewinnung von Warenkorbabbrechern zählt
Eine Recovery-E-Mail geht nur raus, wenn der Shop weiß, wer den Warenkorb verlassen hat: Wer nie einen Kontakt hinterlassen hat, bleibt anonym. Den Rest des Wegs beschreibt der Leitfaden zur Rückgewinnung von Warenkorbabbrechern. Damit die E-Mails im Posteingang ankommen, brauchen Sie eine saubere Liste, wie wir im Artikel Warum die E-Mails Ihres Onlineshops im Spam landen erklären.
