Die Black-Friday-E-Mails mit den besten Ergebnissen entstehen in den vier Wochen davor: Warteliste, eine Domain, die hohe Volumen verträgt, aktualisierte Segmente und Flows, dann eine Sequenz, die zuerst die Angemeldeten belohnt. 2026 ist der Black Friday am Freitag, 27. November, der Cyber Monday am Montag, 30. November. Viele Händler in Deutschland machen daraus ohnehin eine ganze Black Week. Wenn Sie diesen Artikel im Oktober lesen, haben Sie Zeit, alles in Ruhe vorzubereiten. Lesen Sie ihn Mitte November, springen Sie zu der Woche, in der Sie gerade stehen, und holen Sie nach, was noch geht. Hier finden Sie den Plan Woche für Woche, eine Tabelle mit den Segmenten und den passenden Inhalten sowie die Fehler, die am meisten kosten.
Bevor Sie anfangen: drei Entscheidungen für den Oktober
Ihr E-Mail-Kalender hängt von drei Entscheidungen ab. Treffen Sie sie, bevor Sie die erste Zeile schreiben.
- Was Sie anbieten und wem. Ein einheitlicher Rabatt für alle ist die einfachste Lösung und die am wenigsten rentable. Besser funktioniert ein Stufenmodell: früherer Zugang für alle auf der Warteliste, eigene Konditionen für Kunden, die am häufigsten kaufen, und eine öffentliche Aktion für alle anderen.
- Wie lange die Aktion läuft. Eine ganze Black Week von Montag, 23. November, bis zum Cyber Monday oder nur das Wochenende. Je länger sie dauert, desto mehr E-Mails brauchen Sie und desto größer ist das Risiko, Ihre Liste zu ermüden.
- Welche Preise Sie zeigen. Nach § 11 der Preisangabenverordnung (PAngV) müssen Sie bei jeder Bekanntgabe einer Preisermäßigung den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung angeben. Prüfen Sie jetzt die Preise der Aktionsprodukte. Haben Sie sie Anfang November erhöht, ist der Rabatt in Ihren E-Mails nicht zulässig. Individuelle Preisermäßigungen für einzelne Kunden sind von der Regel ausgenommen. Eine Aktion an Ihre gesamte Liste ist aber keine individuelle Ermäßigung.
Woche 1 (2.–8. November): Warteliste öffnen
Die Warteliste bewegt die Ergebnisse am stärksten, und fast alle öffnen sie zu spät. Wer sich einträgt, hat ausdrücklich gesagt, dass er Ihre Black-Friday-E-Mail haben will. Er wird sie öffnen, im Postfach danach suchen und vor allen anderen kaufen.
So richten Sie sie ein:
- Ein klares Versprechen: „24 Stunden früher shoppen“ oder „die gefragtesten Produkte, bevor sie weg sind“. Nicht „Jetzt anmelden und Rabatt sichern“, denn das versprechen alle.
- Eine eigene Seite mit nur einem E-Mail-Feld (und bei Bedarf der Telefonnummer für WhatsApp oder SMS mit eigener, getrennter Einwilligung). Viele E-Mail-Marketing-Plattformen bieten fertige Anmeldeseiten, die direkt mit einer Liste verbunden sind. Für eine Warteliste reichen sie aus.
- Ein Pop-up zum Thema auf der Website, anstelle des üblichen Willkommens-Pop-ups, auf den Seiten mit dem meisten Traffic.
- Anzeigen zur Leadgewinnung: Lead Ads von Meta können die Liste direkt füllen und kosten pro Kontakt meist weniger als Verkaufskampagnen. Verbinden Sie die Formulare mit Ihrer E-Mail-Plattform, damit neue Kontakte sofort eine Bestätigung erhalten.
- Eine Bestätigungs-E-Mail, die sagt, was wann passiert: „Am Montag, 23. November, um 9 Uhr bekommen Sie den Link, mit dem Sie vor allen anderen einkaufen.“
Ein Beispiel für die Größenordnung: Ein Modeshop mit 15.000 Newsletter-Abonnenten, der in drei Wochen 1.200 Personen auf seiner Warteliste sammelt, hat eine kleine Gruppe (8 % der Liste). Genau diese Gruppe öffnet aber am häufigsten und bringt einen überproportionalen Anteil der Bestellungen am ersten Tag.
Woche 2 (9.–15. November): Domain auf die Volumen vorbereiten
Im November verschicken fast alle Shops deutlich mehr E-Mails als sonst, und die Postfachanbieter wissen das. Wer sein Volumen von einem Tag auf den anderen verdoppelt oder Kontakte anschreibt, die seit einem Jahr nichts geöffnet haben, landet genau an den entscheidenden Tagen im Spam.
Was Sie prüfen sollten:
- Authentifizierung. Seit 2024 verlangen Google und Yahoo von allen, die mehr als 5.000 E-Mails pro Tag versenden, SPF, DKIM und einen DMARC-Eintrag (
p=nonegenügt), abgestimmt auf die Absenderdomain. Seit dem 5. Mai 2025 lehnt Outlook Nachrichten von Absendern über derselben Schwelle ab, wenn diese Anforderungen fehlen. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie die Person, die Ihre Domain verwaltet, oder prüfen Sie die Einträge mit einem DNS-Prüftool. - Abmeldung mit einem Klick im Header der E-Mail, zusätzlich zum Link im Text. Abmeldungen müssen innerhalb von zwei Tagen umgesetzt werden.
- Spam-Beschwerden unter 0,3 %, der Schwellenwert von Google und Yahoo. Praktisch sollten Sie bei etwa 0,1 % bleiben.
- Volumen schrittweise erhöhen. Wenn Sie normalerweise zwei Newsletter pro Woche verschicken, gehen Sie im November auf drei und dann auf vier, statt in der Black Week plötzlich täglich zu senden.
- Eine leichte Bereinigung. Schließen Sie alle aus, die seit sechs Monaten oder länger weder geöffnet noch geklickt haben. Löschen müssen Sie sie nicht. Schreiben Sie sie jetzt einfach nicht an.
Woche 3 (16.–22. November): Segmente, Flows und Material fertigstellen
In dieser Woche wird alles geschrieben und aufgebaut, damit Sie in der Black Week nur noch kontrollieren müssen.
Die Segmente und was sie bekommen
| Segment | Was es bekommt | Wie viele E-Mails (23.–30. November) |
|---|---|---|
| Warteliste | Früherer Zugang, Erinnerung vor Ende des Frühzugangs, öffentlicher Start | 4-5 |
| Stammkunden (2 oder mehr Bestellungen) | Eigene Konditionen oder früherer Zugang, Produkte passend zu früheren Käufen | 3-4 |
| Kunden mit nur einer Bestellung | Öffentliche Aktion mit den Bestsellern ihrer Kategorie | 3 |
| Aktive Abonnenten ohne Bestellung | Öffentliche Aktion, Social Proof, Versand und Rückgabe klar erklärt | 3 |
| Wenig aktive Abonnenten (keine Öffnung oder kein Klick in den letzten 3-6 Monaten) | Eine einzige E-Mail zum öffentlichen Start oder gar keine | 0-1 |
Die automatisierten Flows, die Sie anpassen sollten
- Warenkorb- und Checkout-Abbrecher. Während der Aktion wissen Abbrecher bereits, dass es einen Rabatt gibt. Die Erinnerung sollte auf das Ende der Aktion hinweisen und keinen zusätzlichen Rabatt verschenken. Ist der Aktionscode schon im Warenkorb, sagt die E-Mail das. Fehlt er, erinnert sie daran. Für Timing und Reihenfolge gilt, was im Artikel Wann Sie Warenkorbabbrecher-E-Mails senden sollten beschrieben ist.
- Willkommen. Wer sich im November anmeldet, kommt wegen der Aktion. Die erste E-Mail sollte davon handeln. Die Markengeschichte hat später Platz.
- Pop-up. Während der Aktion können Sie es etwas früher als sonst einblenden, mit einer Botschaft zum Angebot. In den letzten 48 Stunden hilft ein Countdown.
Tools wie AchillesAI ermöglichen es, die Aktion für einen festen Zeitraum zu aktivieren. So erwähnen die Recovery-E-Mails sie nur an den Tagen, an denen sie gilt, und nur gegenüber Kunden, die sie nutzen können.
Das Material
Schreiben Sie alle E-Mails in einem Durchgang: Betreffzeile und Vorschautext in zwei Varianten zum Testen, Banner-Überschrift, Text, Buttons. Bereiten Sie die Bilder für Mobilgeräte vor, denn dort wird der Großteil der E-Mails geöffnet. Planen Sie die Versände ein und schicken Sie Testmails an eine interne Adresse bei Gmail, Outlook und Apple Mail.
Woche 4 (23.–30. November): die Sequenz
| Tag | Versand | An wen |
|---|---|---|
| Montag, 23.11., morgens | „Sie sind dabei“: Link zum Frühzugang | Warteliste |
| Dienstag, 24.11., abends | „Letzte Stunden im Frühzugang“ | Warteliste ohne Kauf |
| Mittwoch, 25.11. | Eigene Konditionen | Stammkunden |
| Freitag, 27.11., morgens | Öffentlicher Start des Black Friday | Alle aktiven Segmente, dazu eine einzige E-Mail an wenig Aktive |
| Samstag, 28.11. | Gefragteste Produkte, echte Verfügbarkeit | Wer geöffnet oder geklickt, aber nicht gekauft hat |
| Sonntag, 29.11., abends | „Nur noch 48 Stunden“, mit Countdown | Aktive Kontakte ohne Bestellung in der Aktion |
| Montag, 30.11. | Cyber Monday und Abschluss-E-Mail | Aktive Kontakte ohne Bestellung in der Aktion |
Zwei Regeln gelten die ganze Woche. Wer kauft, bekommt keine Aktions-E-Mails mehr: Er wechselt in den Post-Purchase-Flow und erhält höchstens noch den Hinweis zum Aktionsende. Jede E-Mail hat einen neuen Anlass: der Zugang, ein Produkt, die Verfügbarkeit, das Ende der Aktion. Zwei E-Mails hintereinander mit demselben Betreff „Black Friday -30 %“ treiben die Abmeldungen am schnellsten nach oben.
Nach dem 30. November
Der Black Friday bringt so viele Neukunden wie sonst kein Zeitraum im Jahr. Die Woche danach ist der richtige Moment für eine Dankes-E-Mail ohne Aktion, für klare Informationen zu Versand und Rückgabe und für einen Flow, der diese Kunden zum zweiten Kauf führt. Der Black-Friday-Rabatt hat sie gebracht. Ob sie ein zweites Mal bestellen, hängt davon ab, was sie danach von Ihnen bekommen.
Die Fehler, die am meisten kosten
- Jeden Tag die gesamte Liste anschreiben. Inaktive kaufen nicht, sie melden Spam und ziehen die Zustellbarkeit auch für diejenigen nach unten, die gekauft hätten.
- Derselbe Rabatt für alle, ab dem ersten Tag. Ihre besten Kunden bekommen dasselbe wie jemand, der nie gekauft hat, und die Warteliste verliert ihren Sinn.
- Falsche Streichpreise. Nach § 11 PAngV bezieht sich der Rabatt auf den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage.
- Flows, die unverändert bleiben. Eine Warenkorbabbrecher-E-Mail mit einem 10-%-Code während einer 30-%-Aktion verwirrt alle, die sie erhalten.
- Kein Plan nach dem Cyber Monday. Neukunden gehen verloren, wenn die erste E-Mail nach ihrer Bestellung der Newsletter im Januar ist.
